Allgemeine Grundregeln in Island
Dinge die man lassen sollte:
Respekt gegenüber der Natur
- Nicht auf Moos treten: Es ist extrem empfindlich und braucht Jahrzehnte, um nachzuwachsen.
- Keine Offroad-Fahrten: Das ist illegal, zerstört die Natur und kostet tausende Euro Strafe.
- Keine Steintürme bauen: Es stört das Ökosystem und die Optik der unberührten Landschaft.
- Keine Pflanzen pflücken: Viele Arten stehen unter Naturschutz.
- Niemals Absperrungen ignorieren: Sie sind da, um dich (oder die Natur) zu schützen.
- Kein „Wild-Camping“: Nutze offizielle Campingplätze; Schlafen im Auto am Straßenrand ist verboten.
- Keine Drohnen in Nationalparks: Oft verboten, um Tiere und andere Besucher nicht zu stören.
- Müll niemals liegen lassen: Island hat ein sehr sauberes Image, hilf mit, das so zu halten.
Sicherheit (Überlebenswichtig!)
- Den Wind nicht unterschätzen: Er kann Autotüren aus den Angeln reißen (beim Öffnen immer festhalten!).
- Nicht zu nah an die Brandung in Reynisfjara: Die „Sneaker Waves“ ziehen Menschen regelmäßig ins Meer.
- Wettervorhersagen nicht ignorieren: Schau täglich auf vedur.is.
- Straßensperrungen ernst nehmen: Wenn eine Straße gesperrt ist, hat das einen Grund (meistens Lebensgefahr).
- Keine Wanderungen ohne Anmeldung: Hinterlasse deinen Plan bei safetravel.is.
- Nicht in heiße Quellen springen, ohne zu testen: Manche sind kochend heiß ($100°C$).
- Nicht ohne Allrad (4x4) ins Hochland fahren: Mit einem Kleinwagen bleibst du dort stecken.
- Niemals auf Eisberge klettern: Sie können jederzeit umkippen (z.B. bei Jökulsárlón).
Kultur & Etikette
- Nicht ungeduscht in den Pool: In Island duscht man nackt und gründlich, bevor man das Schwimmbad betritt.
- Sich nicht über den Walfang beschweren: Ein sehr sensibles politisches Thema.
- Kein Plastikwasser kaufen: Das Leitungswasser ist eines der saubersten der Welt.
- Die Isländer nicht nach Elfen fragen: Die meisten glauben nicht wirklich daran, finden die Frage aber klischeehaft.
- Kein Trinkgeld geben: Es ist in den Preisen enthalten und wird nicht erwartet.
- Nicht über das Wetter meckern: Die Isländer wissen selbst, dass es wechselhaft ist.
- Keine Schuhe im Haus tragen: In Privatwohnungen zieht man sie traditionell aus.
- Nicht drängeln: Isländer sind meist sehr entspannt und schätzen Höflichkeit.
Finanzen & Shopping
- Nicht ohne Kreditkarte reisen: Man zahlt hier alles – selbst das kleinste WC – mit Karte.
- Bier nicht im Supermarkt suchen: Dort gibt es nur Leichtbier ($< 2,25\%$). Richtiges Bier gibt es nur im Vínbúðin.
- Den Duty-Free am Flughafen nicht ignorieren: Es ist der günstigste Ort, um Alkohol zu kaufen.
- Nicht davon ausgehen, dass Island günstig ist: Es ist eines der teuersten Länder der Welt.
- Keine Souvenirs aus Massenproduktion kaufen: Achte auf das „Handknitting Association of Iceland“-Label für echte Islandpullis.
Unterwegs auf den Straßen
- Nicht mitten auf der Straße anhalten für Fotos: Das ist brandgefährlich. Nutze Parkbuchten.
- Schafe nicht unterschätzen: Sie haben Vorfahrt und rennen oft im letzten Moment los.
- Einspurige Brücken nicht im Renntempo überqueren: Wer zuerst da ist, fährt zuerst.
- Nicht vergessen zu tanken: In abgelegenen Gebieten können Tankstellen selten sein.
- Nicht zu schnell fahren: Die Blitzer sind teuer und die Tempolimits (meist $90\text{ km/h}$) haben Sicherheitsgründe.
- Licht am Auto nicht ausschalten: Es muss gesetzlich immer an sein (Tagfahrlicht).
Essen & Trinken
- Warmes Wasser nicht direkt trinken: Es kommt oft aus Schwefelquellen und riecht/schmeckt nach faulen Eiern. Nutze kaltes Wasser.
- Nicht nur Fast Food essen: Die isländische Küche (Lamm, Fisch) ist exzellent.
- Hákarl (Gammelhai) nicht unterschätzen: Probier es, aber hab eine Serviette parat.
- Sich nicht über den Preis von Gemüse wundern: Vieles muss in Gewächshäusern mit künstlichem Licht gezüchtet werden.
Sonstiges
- Die Nordlichter nicht im Sommer erwarten: Dann ist es 24 Stunden hell.
- Keine Wale beobachten, wenn man leicht seekrank wird: Der Nordatlantik ist rau.
- Nicht erwarten, Papageitaucher überall zu sehen: Sie sind nur von Mai bis August an bestimmten Klippen.
- Namen nicht falsch verwenden: Isländer werden mit Vornamen angesprochen (auch der Premierminister).
- Sich nicht auf Google Maps blind verlassen: Manchmal führt es dich auf Feldwege, die für dein Auto nicht geeignet sind.
- Keine Münzen in Thermalquellen werfen: Das zerstört die Chemie und Optik.
- Nicht ohne Regenkleidung aus dem Haus gehen: Auch wenn die Sonne scheint.
- Nicht denken, man könne „Island in 3 Tagen“ sehen: Die Insel ist groß, nimm dir Zeit.
- Blaue Lagune nicht ohne Vorab-Buchung besuchen: Du wirst wahrscheinlich abgewiesen.
- Den Schwefelgeruch nicht persönlich nehmen: Man gewöhnt sich an den Geruch nach Eiern beim Duschen.
- Nicht vergessen, die Kamera wegzulegen: Manchmal muss man die Magie einfach mit den eigenen Augen genießen.
Dinge die man probieren sollte:
Natur & Abenteuer
- In einer natürlichen heißen Quelle baden: Such dir abseits der Blue Lagoon kleine, wilde Quellen wie die Hrunalaug.
- Hinter einen Wasserfall gehen: Am Seljalandsfoss kannst du (mit Regenjacke!) hinter den Wasserschleier treten.
- Auf einem Gletscher wandern: Buche eine geführte Tour auf dem Vatnajökull – das Blau des Eises ist unbeschreiblich.
- Die Ringstraße (Route 1) fahren: Einmal um die ganze Insel, um die krasse Vielfalt der Landschaft zu sehen.
- Wale beobachten: Fahr nach Húsavík, der Wal-Hauptstadt des Nordens.
- Schwarze Sandstrände besuchen: Der Sand in Vík sieht aus wie von einem anderen Planeten.
- Eine Eishöhle besichtigen: Im Winter sind die kristallblauen Höhlen unter den Gletschern ein Muss.
- In der Silfra-Spalte schnorcheln: Das klarste Wasser der Welt zwischen der nordamerikanischen und eurasischen Platte.
- Papageitaucher beobachten: Im Sommer an den Klippen von Látrabjarg oder auf den Westmännerinseln.
- Durch ein Lavafeld wandern: Die bizarren Formationen in Dimmuborgir wirken wie versteinerte Trolle.
Kulinarik & Kultur
- Einen Hot Dog bei "Bæjarins Beztu Pylsur" essen: Der berühmteste Stand in Reykjavík (bestell "eina með öllu" – einen mit allem).
- Lokale Schwimmbäder nutzen: Geh dorthin, wo die Isländer hingehen. Es ist der soziale Treffpunkt Nummer eins.
- Frisches isländisches Lamm probieren: Ob als Steak oder in der traditionellen Fleischsuppe (Kjötsúpa).
- Skyr essen: Das Original schmeckt in Island viel intensiver und cremiger.
- Ein "Lopapeysa" (Islandpulli) kaufen: Er hält dich bei jedem Wetter warm und ist das ultimative Souvenir.
- Das Nachtleben in Reykjavík erleben: Am Wochenende verwandelt sich die Hauptstadt in eine riesige Partyzone.
- Isländische Musik hören: Besuch ein Konzert in der Konzerthalle Harpa oder entdecke lokale Bands in kleinen Bars.
- Roggenbrot aus der Erde essen: In Gegenden wie Laugarvatn wird das Brot (Rúgbrauð) durch die geothermale Hitze im Boden gebacken.
Einmalige Erlebnisse
- Die Nordlichter jagen: Zwischen September und April an einem dunklen Ort in den Himmel schauen.
- Die Mitternachtssonne genießen: Im Juni geht die Sonne nie ganz unter – perfekt für Wanderungen um 2 Uhr morgens.
- Das Hochland (Landmannalaugar) erkunden: Bunte Rhyolith-Berge, die fast künstlich aussehen (nur im Sommer mit 4x4).
- Eisberge am Diamond Beach anfassen: Dort werden Eisbrocken aus der Lagune an den schwarzen Strand gespült.
- Die Hallgrímskirkja besteigen: Von oben hast du den besten Blick über die bunten Dächer von Reykjavík.
- In einem Treibhaus essen: Bei Friðheimar isst man Tomatensuppe direkt zwischen den Pflanzen, die mit Erdwärme beheizt werden.
- Islands Pferde reiten: Die Islandpferde haben eine eigene Gangart, den "Tölt" – sehr bequem!
- Wasser direkt aus dem Fluss trinken: In den Bergen ist das Wasser so rein, dass du deine Flasche einfach untertauchen kannst.
- Den Skógafoss-Treppenaufstieg meistern: Die 527 Stufen lohnen sich für den Blick von oben.
- Kleine Fischerdörfer besuchen: Orte wie Siglufjörður im Norden haben einen ganz eigenen, ruhigen Charme.
- Die Geschichte der Wikinger lernen: Das Nationalmuseum in Reykjavík ist großartig aufbereitet.
- Einfach mal anhalten und schweigen: Die Stille in der isländischen Einöde ist etwas, das man heutzutage selten findet.